| Schilderungen von Herrn. K |
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11.09.2002 Seit Mitte Juni dieses Jahres suchten wir, weil unser bisheriger Haushund plötzlich gestorben war, einen Colliewelpen. Auf eine diesbezügliche Annonce in der OZ etwa am 20. Juni vereinbarte ich mit der Inserentin, Frau R., einen Besuchstermin bei sich zu Hause in Breddenberg. Schon während dieses Telefonats fiel mir auf, dass sich Frau R. außerordentlich zurückhaltend, ja misstrauisch verhielt. Erst im Laufe des Gesprächs, als ich vom Tod unseres Hundes und andere persönliche Dinge berichtet hatte und ihr meine ehrlichen Kaufabsichten klar wurden, taute sie auf. Bereits am selben Nachmittag statteten meine Frau und ich ihr einen Besuch ab. Noch waren wir nicht aus unserem Wagen gestiegen, eilte uns Frau R. mit einem kleinen Hund auf dem Arm (dem Anschein nach ein Colliewelpe) entgegen und hielt uns das Tier über den Gartenzaun zur Straße hin entgegen. Es war sofort recht klar, dass sie sich den Verkauf des Welpen so vorstellte, dass wir ihr Grundstück nicht betreten sollten, sondern das Tierchen ohne Überprüfung seiner Eltern und seines Aufzuchtortes sofort mitnehmen sollten. (Dieses hatte wohl eine Dame getan, die kurz vor uns eine kleine Hündin gekauft hatte, wie Frau R. erzählte.) Weil wir dieses jedoch keinesfalls vorhatten und uns auffiel, dass der kleine Collierüde, der etwa 7 Wochen alt sein mochte, sehr verängstigt war, ungepflegt aussah und noch nicht laufen konnte (!), und auch das Haus und das Grundstück (Müll, Autowrack etc.) einen vernachlässigten Eindruck machten, bat ich nachdrücklich, die Elterntiere des Junghundes und seine "Kinderstube" besichtigen zu dürfen. Diesen Wunsch versuchte Frau R. durch wortreiche Ablenkung auf andere Themen zu übergehen. Als ich dann ihr Grundstück betrat und Anstalten machte, hinter das Haus zu gehen, reagierte sie recht nervös, ja aggressiv und verbot mir weiterzugehen. Erst jetzt ging sie auf unseren Wunsch ein und holte aus dem Haus, aus dem nun ein vielstimmiges Hundegebell klang, eine abgemagerte und recht kleine Hündin, der zwei weitere Tiere ähnlichen Aussehens folgten. Sie zerrte die Hündin gegen deren Willen am Nacken um die Hausecke in unsere Richtung, und wir konnten den schlechten Gesundheitszustand und die völlige Verängstigung aller drei abgemagerten Tiere deutlich erkennen. Ich sagte Frau R. auf den Kopf zu, dass die entsprechende Hündin auf keinen Fall ein Collie und wohl auch nicht die Mutter des angebotenen Welpen sei und ich nun auch noch den Vater sehen wolle. Als Vater wurde uns nach längerem Hin und Her schließlich ein 7 Monate alter (!) Tricolor-Collie genannt, herbeigezerrt und auf einen vor dem Haus stehenden Tisch gelegt. Auch dieses Tier war sehr verwahrlost, unterernährt und völlig verschüchtert. Obwohl ich auf das noch geringe Alter des Rüden und seine fehlende sexuelle Reife zum Zeitpunkt der Zeugung des Colliewelpen verwies, beharrte Frau R. darauf, dass er der Vater sei. Auf unser Befremden hin, wie grob sie den Junghund behandelte, begann sie ihrerseits über die fehlende Tierliebe ihrer Mitmenschen zu klagen und betonte mehrmals, lieber sterben zu wollen, als ihre geliebten Hunde, die sie ihrer Nachbarn wegen nicht nach draußen auf ihr Grundstück lassen dürfe, allein lassen zu müssen. Mit anscheinend großer Überzeugung sagte sie wiederholt, ihr Einsatz für ihre Hunde sei religiös motiviert. Insgesamt machte sie auf uns einen recht verwirrten und psychisch gestörten Eindruck. Neben den oben geschilderten Beobachtungen führte letztlich auch unser Verdacht, dass der Colliewelpe wohl nicht von den gezeigten "Elterntieren" abstamme, dazu, auf den Kauf des Tieres endgültig zu verzichten und nach Hause zu fahren. (Th. K.) |